Kommentar zur Mitgliederversammlung 2011
Bernhard Kütter kommentiert:
Die große Revolution wird scheitern
Ein Umsturz auf der Mitgliederversammlung erscheint inzwischen eher unwahrscheinlich. Die “Initiative” hat sich mit ihren unausgegorenen Plänen bisher eher blamiert. Ihr eigener Ruf nach Kompetenz wurde durch das nicht vorhanden sein eines Konzepts ihrer Galionsfigur Effenberg eher konterkariert. Die zahlreichen Änderungen ihrer Pläne erhöhte das Misstrauen der Fans, die allenfalls die Abneigung gegen den derzeitigen Präsidenten Rolf Königs und die Unzufriedenheit über die sportliche Situation mit den “Umstürzlern” gemein hat.
Der “Initiative” ist es nicht gelungen aufzuzeigen, was die derzeitigen Vereinsstrukturen mit der sportlichen Misere zu tun haben. Deutlich wurde, dass es in erster Linie um einen Machtwechsel geht und um Ämter. Das Problem dabei: Die “Initiative” benötigt die Unterstützung der Mitglieder. Deshalb spielt sie die Karte “Demokratisierung” und Erhöhung des Mitgliedereinflusses. Allerdings nur, um über dieses Vehikel selbst an die Macht zu kommen.
Der “Mitgliederoffensive” geht es tatsächlich um eine Demokratisierung des Vereins. Ihre Anträge haben, wie schon zuvor, Hand und Fuß und könnten eine Mehrheit finden. Aber auch dieser von der “Offensive” angestrebten Erhöhung des Mitglieder-/Faneinflusses sind natürliche Grenzen gesetzt. Ein Wirtschaftsunternehmen, das Borussia auch derzeit - ein sehr erfolgreiches obendrein - ist, kann sich nicht übermäßig von Fans und Stimmungen, auch nicht bei Jahreshauptversammlungen - abhängig machen.
Hier geht es um langfristiges Planen und Arbeiten. Legitim aber sind Forderungen etwa nach einem Sitz des Fanprojekt-Vorsitzenden im Ehrenrat allemal. Und die Kritik an Personen wie Rolf Königs und etwa an der personellen Ausrichtung des überalterten Aufsichtsrats ebenso. Der “Offensive” geht es wirklich um Verbesserungen, nicht um Pöstchen.
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