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Schwindelgefühle


Borussia Mönchengladbach erobert die Tabellenspitze der Bundesliga
Eigentlich hätte Lucien Favre am Sonntag, den 21. August um 19 Uhr 20 zurücktreten sollen. Zumindest ein Karriereplaner hätte ihm dazu geraten. Frei nach dem Motto: Besser geht’s nimmer. Stand doch Borussia Mönchengladbach ab diesem Zeitpunkt als Nummer 1 für eine komplette Woche fest.

Erst die Mission Impossible erfolgreich in der Vorsaison hinter sich gebracht, nun die nächste Sensation: Mönchengladbach grüßt von oben. Schwindelerregend!

Natürlich ist Favre nicht zurückgetreten. Der Schweizer Fußballlehrer ist viel zu sehr getrieben von der Leidenschaft, seine Mannschaft zu verbessern. Die Passionsspiele gehen also weiter. Der Borussen-Trainer bleibt ein arbeitender Held, der die Zuneigung genießt, aber mit Grandezza die Distanz zur medialen Seligmachung bewahrt. Womöglich ahnt der 53-Jährige, dass der Erfolgsweg der Borussia allem Anschein zum Trotz kein Alleingang ist.

Was in der Euphorie um die Rettung und die Höhenluft untergeht, ist die Tatsache, dass die Mannschaft vor allem von Max Eberl zusammengesetzt wurde. Selbst die fleischgewordenen (Über-)Lebensretter Martin Stranzl und Marc-André ter Stegen sind Produkt der Scouting- und Nachwuchsarbeit, die der Gladbacher Sportdirektor initiiert und strukturiert hat. Favre ist nicht allein. Und auch wenn viele es nicht hören mögen: Auch Michael Frontzeck ist Teil dieses Erfolgsweges, auch wenn er mit der Mannschaft aus unterschiedlichsten Gründen weniger am, als bereits schon mit anderthalb Füßen im Abgrund gestanden hat. Fußball ist ein Kombinationsspiel - der Erfolg auch.

- Bernhard Kütter

 

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