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Fortsetzung, kein Remake


Borussia setzt sich mit der fortlaufenden Erfolgsserie oben in der Bundesliga-Tabelle fest
Es gibt sie, Mönchengladbachs Klassenerhalts-Helden. Die konservativen Profis, die Borussia in der letzten Saison in einer wundersamen Rückrunde die Erstklassigkeit bewahrten. Martin Stranzl gehört dazu, Torhüter Marc-André ter Stegen oder Harvardt Nordveit. Das Wunder wurde erfolgreich abgeschlossen, doch derzeit scheint sich ein neues nahtlos anzuschließen. Die Erfolgsserie ist nicht mit der gelungenen Relegation abgeschlossen, die kollektive Bitte der Fans wurde erhört: Mach's noch einmal, Lucien!
Natürlich diesmal mehr als nur der nervenzehrende Kampf um den Verbleib in Liga 1. Und es scheint zu funktionieren: Regisseur Lucien Favre dreht eine Fortsetzung, kein Remake. Und auch das Drehbuch ist ein anderes, die Darsteller sind zum größten Teil identisch, aber die Rollen anders besetzt. Vermeintliche Statisten übernehmen plötzlich die Hauptrolle. Wie etwa Juan Arango. An ihm hat sich Michael Frontzeck fast die Zähne ausgebissen, im Kampf gegen dessen so offensichtliche und kontraproduktive Lethargie im Abstiegskampf. Dabei kann jeder sehen, mit welch' unglaublichem spielerischen Potenzial der Mann aus Venezuela gesegnet ist. Aber dieses abzurufen in einer desolaten, verunsicherten Mannschaft, die versucht mehr mit Kampf und Krampf als Fußballspielen die Rettung zu schaffen, war unmöglich.
 
In der Struktur aber, die Favre der Borussia antrainiert hat, blüht der Mittelfeldspieler, der in seiner Heimat ein Volksheld ist, auf. Er ist der Mann für die Rafinesse, für das spielerische Salz in Gladbachs nun Schweizer Suppe. Er kann ein Spiel mit einem seiner Kunstschüsse oder einem genialen Pass entscheiden. Seine Körpersprache, die in der Spielzeit zuvor als Teilnahmslosigkeit oder Desinteresse rüberkam, wird nun als Coolness und Abgebrühtheit interpretiert. Der Trainer Lucien Favre will polyvalente Profis. Der Regisseur Lucien Favre auch - alles fürs neuerliche Happyend.

- Bernhard Kütter - Foto: Wiechmann

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