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Doping für den Kapitän


Oskar Wendt muss im Duell mit Filip Daems auf die Mittelstrecke setzen

MÖNCHENGLADBACH Acht Mal hat sich Oskar Wendt bereits die Augen gerieben und hat sich gefragt: „Wo bist du hier gelandet?“ Die Antwort musste dem schwedischen Nationalspieler keiner geben, die spürte er hart unter sich: auf der Ersatzbank.

Da war der Blondschopf dem Werben von Max Eberl erlegen, als sein Vertrag beim FC Kopenhagen auslief. Und die Konstellation schien ideal: Auf seiner Position links in der Vierkette spielte mit Filip Daems einer, der fester Bestandteil der Unsicherheiten in Borussias katastrophaler Hinrunde der letzten Saison war. Und Wendt spielte mit dem Dänischen Meister immerhin in der Champions League. Da sollte man sich eigentlich keine Sorgen machen um einen Stammplatz, zumal der Konkurrent, der auf dem Papier keiner war, bereits 32, der Neue aber mit 25 Lenzen in der Blüte seiner Manneskraft war.

Was Wendt nicht ahnte, war seine Wirkung auf Daems: dänisches Doping für den Belgier. Mit dem Neuzugang im Nacken blühte der Borussen-Kapitän auf und machte alle Zweifel aus der letzten Hinrunde vergessen. Nur zwei Mal musste Oskar Wendt sich nicht die Augen reiben: Mit einer entzündeten Wunde und einem grippalen Effekt fiel Daems jeweils aus. Doch Wendts Pechsträhne war damit noch nicht beendet: beide Male gab es eine 0:1-Niederlage, in Freiburg und in Hoffenheim.

Zumindest in Sinsheim konnte der Däne einen persönlichen Fortschritt entdecken. „Ich habe aktiver teilgenommen am Spiel als in Freiburg, ich hatte mehr Ballbesitz.“ Doch da es in der Vorwärtsbewegung bei Borussia mächtig klemmte, hielt er sich bis auf wenige Ausnahmen (Flanke auf Patrick Herrmann) vorsichtshalber zurück. Wir haben in der Vorwärtsbewegung zu schnell den Ball verloren und für mich als Verteidiger ist es dann schwierig. Ich bin nicht Usain Bolt.“ Aber auch der Super-Sprinter aus Jamaika wäre nicht so schnell wie der Ball gewesen. Und für das zweibeinige Dopingmittel aus Dänemark, Oskar Wendt, ist eh die Mittel- oder Langstrecke wichtig - im Duell um den Stammplatz mit Filip Daems.
-Bernhard Kütter

Foto Unterschrift: In Hoffenheim durfte Oskar Wendt wieder Spielzeit sammeln.

Fotograf: D. Wiechmann

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