An Augsburg Kampfgeist gescheitert
Auch die Überraschungsmannschaft der Hinrunde kann stolpern, schließt die Hinrunde aber riesig ab
Harte Zeiten brechen für Borussia Mönchengladbach an. Nicht, weil nach der Niederlage ausgerechnet beim Tabellenletzten FC Augsburg die Träume von der Deutschen Meisterschaft geplatzt sind. Doch ausgerechnet der ehemalige Coach von Borussia, Jos Luhukay, eigentlich ein Liebhaber und Verfechter einer Kombination von schönem holländischen Fußball (mooi) und der (ehemals) deutschen Effektivität, bewies, wie einfach das so anspruchsvolle und bisher erfolgreiche System der Favre-Männer zu zerstören ist: mit dem Primat von Kampf und Einsatz. Und auch eine Woche später - beim Heim-Arbeitssieg gegen Mainz - hatte Borussia Schwierigkeiten gegen eine aufopferungsvoll kämpfende Truppe.
"Die Augsburger haben mehr investiert und waren immer einen Schritt eher am Ball als wir", stellte Gladbachs Trainer resigniert fest. Womöglich auch deshalb so angesäuert, weil der eigentlich offensiv so wenig durchschlagskräftige Aufsteiger allen künftigen Borussen-Gegnern eine Blaupause an die Hand gegeben hat, wie man mit reichlich irdischen Qualitäten der Kombinationsmaschinerie der Überraschungsmannschaft der Hinrunde Herr werden kann: mit Aggressivität und bedingungslosem Einsatz.
Luhukays Matchplan hatte so gar nichts von einem intellektuellen Vorspiel im Trainerstübchen, mehr von der Erkenntnis, dass ein technisch und von den Einzelspielern her besserer Gegner am ehesten dadurch zu bezwingen ist, dass man ihm das Spielen verleidet. Da man aber Siege wie auch Niederlagen lieber personalisiert, haben manche Beobachter eine andere Erklärungsvariante parat. Marco Reus fehlte!
Eine Woche zuvor feierte man mit dem ansehnlichen 1:1 gegen den Deutscher Meister aus Dortmund noch den Unabhängigkeitstag vom flinken Torjäger. Jetzt aber ist das alles nicht mehr wahr. Ein schönes Alibi für Arango & Co.: Für sie war die Niederlage damit so etwas wie (Fußball)gottgegeben, schier unabwendbar. Dabei haben die Mönchengladbacher einfach schlecht gespielt. Womit einmal mehr bewiesen wäre: Fußballer sind vor allem Menschen, zu Helden werden sie nur gemacht.
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