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Borussia: Den Drainagen sei Dank


Borussia übertrifft bereits zur Saisonhälfte grandios die eigenen Ziele und darf sich neue setzen

Sintflutartige Regenfälle in Belek, das Trainingslager von Borussia Mönchengladbach drohte den Bach runter zu gehen. Doch die Trainingsplätze offenbarten einen optimalen Unterbau. "Die Drainagen funktionierten sensationell", freute sich Steffen Korell. Der Teammanager ist für die Auswahl und Organisation des Trainingslager verantwortlich.
 
Andere Drainagen waren rund zwei Tage lang überfordert. Die Geständnisse von Marco Reus und Roman Neustädter, Borussia im Sommer gen Dortmund bzw. Schalke zu verlassen, platzte wie eine Wasserbombe in die bis dahin so heile und erfolgreiche Fußball-Welt der Mönchengladbacher. "Das war sehr schwer für alle, für mich auch", gestand Lucien Favre. Da hatte auch die Drainage des Schweizer Trainers wieder ihren Dienst aufgenommen. Die Zwei-Tages-Depression war verarbeitet. "Das ist normal im Fußball. Es ist jetzt vorbei. Wir müssen positiv denken und nach vorne schauen", forderte der Fußballlehrer auf.

Und vorne ist seit seinem Amtsantritt das nächste Spiel. Die branchenübliche Plattitüde haben Mannschaft und Trainer mit Leben erfüllt. "Für uns war in der Rückrunde der letzten Saison jedes Spiel ein Endspiel", erläutert Mike Hanke diese permanente Fokussiertheit auf die allwöchentliche Aufgabe. "Das haben wir gelernt und verinnerlicht." Und mit dem 3:1-Sieg über den Tabellenführer trockneten bei Hanke & Co. auch die letzten Tränen. Zwei Mal den Rekordmeister geschlagen, 36 Punkte nach 18 Spieltagen: Das ursprüngliche Ziel, mit dem Abstiegskampf nichts zu tun zu haben, ist schon zur Halbzeit grandios übertroffen.

Lucien Favre aber war immer noch angeschlagen. Seine physische Drainage hatte in Belek versagt und der 54-Jährige hatte die Grippe importiert. Das 3:1 sollte die beste Medizin gewesen sein, auch die letzten bösen Bakterien abgetötet zu haben. Auch die, die den Gladbacher Erfolgstrainer daran hinderten, allen Spekulationen um seine vorzeitige Demission mit einem schnöden Verweis auf seinen Vertrag (bis 2013) zu beenden. Im Trainingslager hatte er das versäumt, aber da hatten ja auch seine persönlichen Drainagen versagt…

- Bernhard Kütter

 

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